Für welche Terrarien- und Aquarientiere sich nur wenige Menschen interessieren:

Species of animals that are rarely kept or bred in terraria or aquaria:

Es gibt einige Gruppen vor allem unter den Wirbellosen Tieren, welche bisher von wenigen Terrarien- und Aquarien-Hobbyisten aber auch von Zoos kaum beachtet werden. Zunächst möchte ich hier einige Langfühlerschrecken (Ensifera) vorstellen.

Große Grille der Gattung Brachytrupes cf. brachytrupes brachytrupes  (DRURY, 1773) aus Tansania. Die Männchen stridulieren so laut, dass eine Haltung und Zuchtversuche eigentlich in Wohnräumen nicht zumutbar sind. Leider erhielt ich damals aus Tansania sehr viele Männchen und nur ein Weibchen.

Schon etwas verbreiteter: Die wunderschönen Ancylecha fenestrata (FABRICIUS, 1793) aus Malaysia. Die Art kann momentan als gut etabliert in Hobbyzuchten gelten.

Auch in einigen Zoos zu finden: Stilpnochlora couloniana (SAUSSURE, 1861) von Kuba und   aus Florida.

Die Männchen der Tree Weta Hemideina crassidens (BLANCHARD, 1851) aus Neuseeland haben extrem große Mandibel. Nachzuchten von Wetas allgemein gab es meines Wissens nur in Neuseeland selbst und im Londoner Zoo.

Hierauf bin ich besonders stolz: Bei mir offenbar als erstem in Europa (weltweit?) geschlüpfte Jungtiere von Spalacomimus cf. liberiana (LA BAUME, 1911) aus Nigeria. Es ist noch erwähnenswert, dass der wissenschaftliche Name, welcher den Tieren jetzt allgemein zugeordnet wird, von einem Bestimmungsversuch meinerseits stammt. Da es aber noch mehrere Arten innerhalb der Gattung gibt, kann es durchaus sein, dass es sich um eine andere Art handelt. Die großen Tiere, welche zuletzt importiert wurden, kamen auch nicht aus Westafrika sondern aus Ostafrika.

Die Vermehrung der wunderschönen, mit extrem langen Sprungbeinen versehenen Mecopoda elongata (LINNAEUS, 1758) aus Südost-Asien ist nicht besonders schwierig.

Leider noch nicht "nachzüchtbar": Lesina sp. aus Malaysia (bei Händlern immer noch hartnäckig als "Eumegalodon" oder "Ellatodon" im Umlauf, Eumegalodon ist ein Synonym für Ellatodon. Die einzige beschriebene Art ist Ellatodon blanchardi  BRONGNIART, 1890. Bei diesen Tieren aus Malaysia handelt es sich aber um eine Lesina-Art. Zugegebenermaßen sehen sich alle Tiere der beiden Gattungen recht ähnlich).


Eine weitere schöne Langfühlerschreckenart, die inzwischen im Terrarium gezüchtet wurde: Colossopus grandidieri  (SAUSSURE, 1899) aus Madagaskar.


Zu den Grillen zählt die Höhlengrille Phaeophilacris bredoides KALTENBACH, 1986 aus Ostafrika. Die Körpergröße der Tiere ist nicht riesig aber sie beeindrucken durch ihre schöne Zeichnung, ihr Verhalten und die enormen Sprungbeine.

Vom Habitus her der vorigen Art sehr ähnlich ist diese Amphiacusta sp. aus Kuba.


Neuigkeiten für mögliche Riesengrillen im Terrarium: Hierbei soll es sich um Tarbinskiellus portentosus (LICHTENSTEIN, 1796) aus Taiwan handeln. Die Weibchen sind ca. 4 bis 4,5 cm lang und die Männchen haben wiederum eine sehr massive Kopfkapsel. Es bleibt zu hoffen, dass die Art vermehrt werden kann. Im Gegensatz zu den Riesengrillen aus Afrika der Gattung Brachytrupes ist das Stridulationsgeräusch durchaus erträglch bzw. regelrecht leise.